Fahrradstadt Wilhelmshaven

Für den SPD-Ortsverein Wilhelmshaven West ist es mehr als erfreulich, dass sich Wilhelmshaven zu einer fahrradaffinen Stadt entwickeln möchte und sogar das Ziel anstrebt, sich als fahrradfreundliche Stadt zertifizieren zu lassen. Dazu wurden grundlegende Schritte in die Wege geleitet: seit dem Jahre 2009 fasste der Rat richtungsweisende Beschlüsse, welche zum Teil bereits umgesetzt wurden.

Schaut man sich allerdings den Ende April 2021 von der Bundesregierung verabschiedeten ‚Nationalen Radverkehrsplan 3.0‘ an, merkt man sehr schnell, dass vieles im Bereich der Wilhelmshavener Fahrradinfrastruktur im Argen liegt. Der ‚Nationale Radverkehrsplan‘ sieht als Dreiklang erstens den Bau von Radschnellverbindungen, zweitens sichere Knotenpunkte und Radwege und drittens gut gestaltete Fahrradstraßen im Nebennetz für angenehmes und sicheres Radfahren vor. SPD-Ratsmitglied und Ortsvereinsvorsitzender Detlef Schön: „In der gegenwärtigen Radwegekonzeption fehlen Radschnellwege als wesentliche Elemente völlig, um schnell auch über längere Entfernungen voranzukommen. Offensichtlich verwechselt man Radschnellwege mit Fahrradstraßen. Wir fordern abermals, die Friedenstraße von der Hooksieler Landstraße bis zum Friesendamm zum Radschnellweg aus- und durchzubauen. Die erforderlichen Flächen sind vorhanden.“

Radschnellweg

Der neue Radschnellweg könnte als West-Ost-Achse vom TechnologieCentrumNordwest kommend über die vorhandene Friedenstraßentrasse bis zur Friedrich-Paffrath-Straße und von dort auf dem bestehenden Parkstreifen entlang der jetzigen Friedenstraße in Richtung Friesendamm gebaut werden. Ein solcher Radschnellweg diente der schnellen Abwicklung größerer Radverkehrsmengen. Mit ihnen können beispielsweise Berufspendler mit ihren leistungsstarken E-Bikes als echte Alternative zum motorisierten Verkehr Wilhelmshaven schnell von West nach Ost durchqueren. Ebenso müsste ein leistungsstarker Radschnellweg vom Norden Wilhelmshavens in den Süden konzipiert und gebaut werden.

Friedenstraßentrasse

Mit einem intelligenten Radwegekonzept wären die Radfahrer schnell in allen Stadtgebieten. Ergänzend zu den geforderten Radschnellwegen müssten noch mehr Fahrradstraßen gebaut und das bestehende Radwegenetz instandgesetzt und mit Knotenpunkten zum Straßenverkehr hin gesichert werden. Der Ausbau des Neuengrodener Weges und der Schellingstraße zu Fahrradstraßen, ebenso der Bau des Bundeswehr-Radwegenetzes, sind Schritte in die richtige Richtung. Sie bringen die Radfahrer sicher von den Radschnellwegen mit den sich anschließenden Radwegen in alle Stadtteile. Ausgebaut werden müsste der Totenweg, um das Klinikum und die Jadehochschule mit dem Fahrrad noch besser erreichen zu können. Der Ausbau der Lautsallee zur Fahrradstraße würde die Weststadt an das Stadtzentrum anbinden und die fahrradaffine Ertüchtigung der Berliner Straße und der Mozartstraße würden die Innenstadt Wilhelmshavens mit den zu bauenden Radschnellwegen verbinden.

alte Friedenstraße

Nicht zielführend hingegen sind Ideen, die Straße am Südstrand mautpflichtig zu machen. Detlef Schön: „Das schadet dem Tourismus, dem Hotel- und Gaststättengewerbe und würde viele immobile Wilhelmshavener von einer Fahrt zum Südstrand abhalten.“ Es macht, so der SPD-Ortsverein Wilhelmshaven West, auch keinen Sinn, Familien, die den Südstrand mit dem Fahrrad besuchen möchten, vom Gehweg per Verbot auf die nicht ungefährliche Jadeallee zu verdammen.

 

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