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LNG steht für Klimaschutz, Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit – große Chance für Wilhelmshaven!

Auf einer gut besuchten Mitgliederversammlung des SPD – Ortsvereines Wilhelmshaven West begrüßte der Vorsitzende Karlheinz Föhlinger den Vizepräsidenten der Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung (WHV), Herrn Hans-Joachim Uhlendorf. Herr Uhlendorf sprach zu dem Thema „LNG Flüssiggasterminal in Wilhelmshaven – aktuelle Studie zum Flüssiggas“.

Referent Hans-Joachim Uhlendorf

LNG, so Referent Uhlendorf, stehe für die englischen Wörter liquefied natural gas und sei ein auf -161 bis -164 Grad Celsius verflüssigtes aufbereitetes Erdgas. LNG, also verflüssigtes Erdgas, sei heute im Vergleich zu anderen Energielieferanten von besonderer Wichtigkeit. Im Zeitalter der Energiewende könne man mit dem Einsatz von Erdgas gegenüber der Braunkohleverstromung rund 110 Millionen Tonnen CO einsparen. Zudem seien weltweit ausreichend Gasreserven vorhanden und diese könnten als LNG effizient transportiert werden. Der Einsatz von LNG stehe für Klimaschutz, Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit. Die LNG – Infrastruktur erleichtere auch das zukünftige Umsteigen von Naturgas auf erneuerbares Gas, etwa durch die Herstellung von Gas durch den Einsatz von Ökostrom (Power-to-Gas – Technologie). Es sei schon jetzt absehbar, dass in Zukunft im Bereich der Energiekonsumption lediglich der Verbrauch von Gas und von erneuerbaren Energien zunehmen wird. Der Hafen Wilhelmshavens sei, so Herr Uhlendorf, ein nautisch günstiger Hafen für das Anlanden von LNG. Spezielle Terminals für die Aufnahme von LNG stellten eine ideale Erweiterung der Energiedrehscheibe Wilhelmshaven dar. Das angelandete Gas könne in den nahegelegenen Kavernen ideal gespeichert werden. Durch die Nutzung der vorhandenen Anlagen (Leitungsnetz, Kavernen) seien nur geringe Investitionen notwendig. Zudem sei die Entfernung für den Anschluss an das überregionale Netz nur gering. Dem Wilhelmshavener Hafen böten sich somit als Anlandehafen für LNG neue, zukunftsweisende Möglichkeiten.

Eine in 2017 vom Consulting – Büro Merkel Energy erstellte Potenzialanalyse zur LNG-Infrastruktur an der deutschen Nordseeküste unter Beachtung besonders geeigneter Standorte käme, so Referent Uhlendorf, zu einer ähnlichen Einschätzung. Die Studie habe die Wilhelmshavener Hafenwirtschaftsvereinigung initiiert und zusammen mit Mariko GmbH und der oldenburgischen IHK finanziert. Primär werde, gemäß dieser Analyse, Flüssiggas zukünftig im Bereich des Erdgasmarktes abgesetzt (rund 99 Prozent des LNG – Marktes). Der Kraftstoffmarkt spiele zukünftig eine sekundäre, für den Import untergeordnete Rolle (rund 1 Prozent des LNG – Marktes). Ein Importterminal für LNG trage mit dazu bei, eine Monopolisierung der Lieferanten im Bereich des Pipelinegases zu verhindern und auch in Zukunft eine hohe Versorgungssicherheit Deutschlands zu gewährleisten. Um auch inländischen Investoren und Interessenten den Zugang zum großen und attraktiven deutschen LNG – Markt zu ermöglichen, sei es notwendig, geeignete wettbewerbliche Anreize zu schaffen. So sei zum einen eine Willkommenskultur für Investoren und Lieferanten zu schaffen, zum anderen müssten Finanzierungsmittel über die Europäische Union und über die Europäische Investitionsbank zur Verfügung gestellt werden. Politisch Verantwortliche müssten die Relevanz von LNG im Bereich der Gasversorgung erkennen und die Schaffung von entsprechenden Terminalkapazitäten unterstützen.

Vortrag zur aktuellen Studie zum Flüssiggas

Die Kosten für den Bau eines LNG – Terminals am Tiefwasserhafen Wilhelmshaven seien, so Uhlendorf, laut Studie im Vergleich zu den Häfen Rotterdam und Klaipeda günstig. Das steigere die Attraktivität Wilhelmshavens als LNG – Importhafen. Wolle man die Energiedrehscheibe Wilhelmshaven erweitern und zum LNG – Importhafen für die Bundesrepublik machen, seien jetzt konkrete Schritte notwendig. Es seien im ersten Schritt konkrete Arbeits- und Zeitpläne zu erarbeiten, um einen LNG – Terminal in Wilhelmshaven zu realisieren. Wichtig sei die Gründung einer Projektgesellschaft mit detaillierten Zielvorgaben. Diese Gesellschaft bedürfe einer Struktur und einer Geschäftsgrundlage, wie etwa einer klaren Organisations- und Gesellschaftsform. Bei der Entwicklung und Sicherstellung der Finanzierung dieser Projektgesellschaft sei auch die Unterstützung durch die Politik gefordert. Eine der wichtigsten Aufgaben der Projektgesellschaft sei, so Referent Uhlendorf, die Vorbereitung und Begleitung einer Realisierungsstudie zur Ansiedlung eines LNG – Terminals in Wilhelmshaven. Diese Studie diene dazu, Investoren für dieses Vorhaben zu gewinnen. Weitere Aufgaben dieser Gesellschaft seien die Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, die Einbindung von Entscheidungsträgern auf Landes-, Bundes- und EU – Ebene, sowie die Eruierung von Förderperspektiven.

In der sich anschließenden Diskussion betonen viele der anwesenden Mitglieder des SPD – Ortsvereines Wilhelmshaven West die Wichtigkeit der Errichtung eines LNG – Terminals am seeschifftiefen Fahrwasser der Jade. Ein LNG – Terminal biete nicht nur Wilhelmshaven große Chancen, sondern sei auch für die Erdgasversorgung Deutschlands von immenser Wichtigkeit. Die Mitglieder des SPD – Ortsvereines Wilhelmshaven West fordern die lokalen Landes- und Bundespolitiker auf, ihre zögerliche Haltung gegenüber dem LNG – Projekt aufzugeben, sich zu Wilhelmshaven als LNG – Anlandehafen zu bekennen und entsprechende Realisierungsaktivitäten aktiv zu unterstützen.