Rasch umsetzbar, Erfolge messbar und flexibles und dynamisches Handeln möglich

Auf einer gut besuchten Mitgliederversammlung des SPD – Ortsvereines Wilhelmshaven West begrüßte der Vorsitzende Karlheinz Föhlinger Professor Dr. Jürgen Petzold von der Jade Hochschule. Dr. Petzold, der von dem Geschäftsführer der Wilhelmshaven Touristik & Freizeit GmbH (WTF), Michael Diers, begleitet und unterstützt wurde, sprach zu dem Thema „Tourismuskonzept Wilhelmshaven“.

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v. l.: Michael Diers, Dr. Jürgen Petzold, Karlheinz Föhlinger

Gleich zu Beginn seiner Ausführungen machte Dr. Petzold deutlich, dass noch kein fertiges und verabschiedetes Tourismuskonzept für die Stadt Wilhelmshaven vorliege, sondern lediglich der Entwurf eines Konzeptes! Dieser Entwurf müsse unter Beteiligung möglichst vieler Akteure noch veredelt werden, um dann vom Rat der Stadt als Konzept verabschiedet werden zu können. Der jetzt vorgelegte Entwurf sei, so Dr. Petzold, in intensiver Arbeit unter Einbeziehung vieler Interessengruppen und Experten innerhalb der letzten zwei Jahre entstanden. Zu Beginn der Erarbeitung habe kein verabschiedetes Tourismuskonzept vorgelegen, lediglich im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes Step plus habe es das Handlungsfeld Tourismus gegeben. Ein vom Rat der Stadt Wilhelmshaven zu verabschiedendes Tourismuskonzept sei zudem notwendig, um Fördermittel im Tourismusbereich einwerben zu können.

Der jetzt vorliegende Entwurf des Tourismuskonzeptes sei so konzipiert, dass es rasch umsetzbar ist, Erfolge messbar seien und flexibles und dynamisches Handeln möglich sei. Aber es brauche weiterhin konstruktiven und qualifizierten Input. Erst durch diese Veredelung, so Dr. Petzold, entstehe ein Konzept, welches vom Rat verabschiedet und sodann von der WTF umgesetzt werden könne. Hierfür ist ein entsprechendes Budget erforderlich. Intensiv setzte sich Dr. Petzold mit verschiedenen Handlungsfeldern auseinander, die es im Rahmen der Umsetzung des Tourismuskonzeptes von allen Beteiligten zu beachten gelte. Höchste Priorität besäßen dabei die Handlungsfelder:

Kooperationen und regionale Vernetzung‘ von touristischen Einrichtungen innerhalb Wilhelmshavens und Zusammenarbeit und Verbindung in der Region

Räumliche Gruppierung‘ der einzelnen touristischen und Freizeitareale in Wilhelmshaven entsprechend ihrer spezifischen Eignung und Attraktivität für unterschiedliche touristische Nutzungsmöglichkeiten (Banter See, Bontekai, Innenstadt, Jadeallee, JadeWeserPort, KW-Brücke, Marinegelände, Schleuseninsel, Stadtpark, Südstadt, Südstrand, Ems-Jade-Kanal)

Verkehr und Infrastruktur‘ (Barrierefreiheit, Bahnverkehr, Fähr- und Inselverkehr, Flugverkehr, Infrastruktur, Mobilität, ÖPNV, Radwege, Stadteingänge, Straßen, touristische Leitsysteme)

Warenkorb – Kombi-Angebote‘ mit denen Produkte und Dienstleistungen etwa aus den Bereichen Beherbergung, Gastronomie, Veranstaltungen und Sport miteinander kombiniert gebucht werden können

Zielgruppendefinition und -ansprache‘, um ein aktives und gezieltes Marketing betreiben zu können.

Michael Diers ging auf den bestehenden Eventtourismus in Wilhelmshaven ein. Dabei gelte es, Formate wie das StreetArt Festival, LichterMeer, NDR2 Open Air, Ballonmeeting, Streetfood, Kunsthandwerkermarkt oder aber den Genussmarkt konsequent weiterzuentwickeln. Um den Tourismus nachhaltig in Wilhelmshaven zu entwickeln, so Diers, seien aber auch neue Ideen und eine zeitnahe Umsetzung dieser Ideen notwendig. Vorstellbar sei etwa, noch mehr Kunst in den öffentlichen Raum zu bringen, Wilhelmshaven zu einer Fahrradstadt zu entwickeln, den Bontekai als Flaniermeile auszubauen oder aber das Leben und Wohnen am Wasser zum Beispiel durch Hausboote neu erlebbar zu machen. Weitere Ideen seien die Errichtung eines Museumshafens an der Wiesbadenbrücke, die Entwicklung Wilhelmshavens als Zielhafen für Kreuzfahrschiffe, die umfassende Entwicklung des Banter Sees als Freizeitrefugium, die Entwicklung des Banter See Parks oder aber die touristische Weiterentwicklung des Südstrandes, des Nassauhafens und der Schleuseninsel.                                        

In der sich anschließenden Diskussion fragten viele der anwesenden Mitglieder des SPD – Ortsvereines West, warum der Entwurf des Tourismuskonzeptes nicht im Rat der Stadt Wilhelmshaven vorgestellt worden sei. Ausdrücklich lobten die Anwesenden die vielen Ideen und Anregungen dieses Tourismuskonzeptentwurfes. Ratsmitglied Detlef Schön: „Es ist wichtig, in einer Arbeitsgruppe diesen Entwurf mit möglichst vielen Interessenvertretern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung sowie interessierten Bürgern zu diskutieren und zu veredeln. Zudem ist ein Zeit- und Dringlichkeitsplan zu entwickeln, der dann rasch abgearbeitet wird“. Die Arbeitsgruppe müsse alle Interessierten einbinden; eine nur für Auserwählte zugängliche und gesteuerte Gruppe müsse verhindert werden, so Schön. Notwendig sei, so die Mitglieder der West – SPD, neben dem Bekenntnis zum Hafen, der Marine und den Gewerbe- und Industrieansiedlungen auch ein klares Bekenntnis zum Tourismus. Ein SPD – Mitglied fragte, warum man die neu eingerichtete Buslinie 5 nicht durch den Stützpunkt bis zur Strandhalle weiterführt. Das würde mit Sicherheit viele, insbesondere in ihrer Mobilität eingeschränkte, Touristen sowie Bürgerinnen und Bürger Wilhelmshavens binden, da sowohl der Stützpunkt als auch der Blick auf die Nordsee vom Bus aus sehenswert seien.

 

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